Daniels Trainingsrückblick ist wieder da. Die bekannte und beliebte Rubrik findet auf B.active nach über einem Jahr Pause eine neue Heimat. Jetzt gibt es wieder monatliche Analysen über Formaufbau, Vorbereitung und Training rund um Daniels Entwicklung als Ultra Mountainbiker. Verfolge Daniels Comeback in der Ultra-MTB Szene und drücke ihm beim Verfolgen seiner Ziele die Daumen. #immerweiter

Seitdem Ausbruch der Corona Pandemie sind mehr als zwei lange Jahre vergangen. Viele Kollegen aus der kleinen aber feinen Ultra-MTB Szene haben in den vergangenen Jahren, trotz der Corona Pandemie, das ein oder andere Highlight setzen können. Zum Beispiel Daniel Bürgin (auch bekannt als Become a Pro) bei der wembo 24h Mountainbike Weltmeisterschaft in Finale Ligure oder Dennis Sczudlek mit seinem Altersklassen Sieg bei 24h Rad am Ring, sowie die Urgesteine Kai Saaler und Jochen Böhringer, die sich trotz Erkrankung bzw. schwerer Verletzung nicht haben unterkriegen lassen und letzterer beim Italy Divide gezeigt hat wie schön Ultra Mountainbike Rennen unsupported sein können.

Ich habe nach den ersten Lockerungen 2021 den Rennanschluss verpasst und konnte nicht mehr an das Niveau aus Ende 2020 anknüpfen, obwohl ich vor 1,5 Jahren mit Leistungsbestwerten und hohen Ambitionen in die Saison 2021 gestartet bin. Zwei Trainerwechsel haben genauso wenig geholfen, wie die Anpassung meiner Ziele. Es fehlte an der wichtigsten Stelle: Der Leidenschaft fürs Mountainbike fahren. Doch diese Leidenschaft war nicht weg, sondern nur etwas versteckt hinter verschiedenen Herausforderungen, die das Leben manchmal mit sich bringt. Die Leidenschaft ist zurück und mit ihr der Wille sich zu verbessern und spätestens 2023 wieder neu anzugreifen. Bis dahin muss ich mich durch die Frustration beißen, kleinere Brötchen backen und Stein auf Stein meine Form wieder wettbewerbsfähig gestalten. Im Juli habe ich den ersten Schritt dafür getan.

Daniels Trainingsrückblick Juli #immerweiter

#comebackstronger #immerweiter

Zu allererst muss man die Faulheit überwinden und wieder anfangen. Nicht ganz so einfach, wenn auf einmal quasi von heute auf morgen knapp 50 Watt fehlen und sich die ersten Trainingseinheiten wie eine Spazierfahrt anfühlen. Nicht zu wissen, ob da jemals wieder der Anschuss an das alte Leistungsvermögen herzustellen ist und welche Ziele in den kommenden Wochen, Monaten und Jahren realistisch sind. Letzteres blende ich vollkommen aus und konzentriere mich auf das hier und jetzt. #immerweiter ist das erste Ziel und #comebackstronger. Völlig egal, wie meine Ziele in den nächsten Jahren aussehen, zuerst geht es darum wieder Vertrauen in das eigene Leistungsvermögen zu gewinnen und das Training mit der nötigen Disziplin, dem Willen und der über alles stehenden Leidenschaft durchzuführen. Konstanz, Zielstrebigkeit und der Spaß an Entwicklung sind meine Antriebskräfte, auf die ich mich wieder verlassen muss und die mir helfen mich auch im Training richtig zu quälen.

Nach dem Corona Rückschlag im Frühjahr und der Neuorientierung im Job in den letzten beiden Monaten passt jetzt auch das Umfeld um mich wieder voll auf den Sport zu fokussieren. In meinem Kopf sind die ersten Ziele für die restliche Saison gewachsen, doch bevor ich diese vorstelle möchte ich erstmal zurückblicken auf den letzten Monat und das geglückte #comebackstronger. Jetzt heisst es #immerweiter und ich schaue entspannt und gleichzeitig mit einer elektrisierenden Aufregung in die kommenden Wochen und auf die nächsten Etappenziele.

Trainingsrückblick Juli – die Ziele

Kleine Brötchen backen! Bis Mai verlief das Training durchwachsen, danach war kaum Zeit für das Training. Ich starte mit einer CTL von 27 und dem Wissen 2022 so wenig Kilometer gefahren zu haben wie seit 2008 nicht mehr.

Ich setze mir für den ersten Block kleine Ziele; Streckenziele wie 50, 75, 100km Fahrten sowie Höhenmeterziele wie 500, 1000, 1500hm. Außerdem Umfangziele in Form von 12+ Stunden pro Woche. Den Wochen TSS versuche ich zu steigern, auch wenn das Modell für den Anfang weniger Aufschlüsse auf die Entwicklung gibt.

KW 26: Der Startschuss

Das Wochenende der Kalenderwoche 26 sollte der Startschuss für mein Comeback werden. Das Wetter war mit 30 Grad perfekt für den Wiedereinstieg. Ich habe nicht mehr viele Erinnerungen an das Wochenende, mein erstes Training führte über 85km und 800hm an den Eifelrand. Über die Fahrradtrasse nach Aachen und dann weiter über Brand und Kornelmünster entlang des Eifelrands bei Mausbach und Hamich bis ich schließlich durch den Meroder Wald hinauf zur Laufenburg fuhr. Lief gut, abgesehen von meinen Pulswerten. 75km als Etappenziel waren damit bereits am ersten Trainingstag wieder erledigt. Ebenso die 500hm Challenge.

Am Sonntag krönte ich den Comeback Start mit einem 100km Ride entlang der Rur nach Wassenberg und dann über Susteren (Niederlande) und dem westlichsten Punkt Deutschlands zurück nach Hause.


Zahlen, Daten und Fakten: Vorbereitungsphase; 2 Trainingstage, 7:30, 183km, 1050hm, 310 TSS*.

KW 27: Die ersten Berge

Nachdem geglückten Start ins Training folgte Montags der traditionelle Schontag. Dienstag und Mittwoch standen drei Einheiten auf dem Programm. Dienstags eine VLaMax Einheit komplett nüchtern und nachmittags eine Grundlageneinheit. Am Mittwoch folgte die erste moderate Bergeinheit an der Sophienhöhe (drei Anstiege) und am Donnerstag eine längere Bergeinheit mit sechs Anstiegen. Abgerundet wurde die Woche mit einem Fahrtspiel auf den MTB Discovery Trails bei Brunssum in den Niederlanden.

Es läuft aber ich laufe bzw. fahre langsam. Ein Zustand an den ich mich wohl temporär gewöhnen muss.

Zahlen, Daten und Fakten: Vorbereitungsphase; 4 Trainingstage, 10:30h, 233km, 2100hm, 510 TSS*.

KW 28: Back to MTB Discovery

Bike2Work heisst es am Dienstag und beide Einheiten fühlen sich mega schwerfällig an. Am Mittwoch dann das krasse Gegenteil: das erste Tempo Training über 5x 8min mit weiteren zwei Minuten an der Schwelle am Ende verläuft super gut. Ich fliege quasi über die Strasse und der Fahrspass kehrt zurück.

Das Wochenende beginnt wieder mit einem Fahrtspiel, allerdings diesmal rund um meine alten Hometrails in Baal. Samstags muss ich meine lange Trainingseinheit splitten und fahre eine Stunde VLaMax zur Arbeit und auf dem Rückweg dann 2h mit einem Abstecher auf die MTB Discovery Trails. Sonntag rundet eine lange G1 Einheit die erste Umfang Woche ab.


Zahlen, Daten und Fakten: Basetraining; 5 Trainingstage, 14:00h, 330km, 1800hm, 650 TSS*.

KW 29: Neue Mentalität

Die Steigerung der Umfänge hat bisher geklappt, die Leistung hängt hinterher. Ich konzentriere mich weiter auf die längeren Umfänge, damit ich in der Folgewoche im Urlaub eine Basis für längere Touren haben. Dienstag fahre ich 3h G1 und Mittwoch ein Fahrtspiel ins Heuvvelland. Geplant sind 100km und 4,5h Fahrtzeit. Am Ende kehre ich nach 6h völlig zufrieden zurück, weil ich an der Grenze zu Belgien meinen Hinterreifen so beschädige, dass ich ihn mit meinen Smarttube Chain nicht mehr repariert bekomme. Dank meiner Tyre Noodle kann ich wenigstens auf der Felge die 15km bis zum nächsten Bike Shop fahren, einen Schlauch kaufen und mein Training unsupported beenden. 108km, 1100hm, 5:09 Netto Fahrtzeit.

Am Donnerstag habe ich kurzfristig noch einen Nachtdienst auf der Arbeit, so dass mit der Anfahrt Freitag Nacht nach Kroatien zwei Nächte Schlaf fehlen. Das Training am Samstag in Kroatien fällt aus und am Sonntag fahre ich dafür 2,5h Grundlage flach. So war die Idee. Es summieren sich auf den 58km über 600hm mit drei Anstiegen mit moderaten Steigungen. Die durchschnittliche Temperatur von 43 Grad war dagegen schon gewöhnungsbedürftig aber ich mag es gerne heiss.

Zahlen, Daten und Fakten: Basetraining; 4 Trainingstage, 11:45h, 270km, 2200hm, 500 TSS*.

KW 30: Fokus auf Training und Erholung in Kroatien

Eine Woche Urlaub heisst auch eine Woche Zeit den Wiedereinstieg mit einer deutlichen Umfangsteigerung zu krönen. 17h Mountainbike und 3,5h Wandern summieren sich auf 20 Stunden. Das passt für den Anfang, zumal die Temperaturen aller Einheiten nie unter 30 Grad mehrfach sogar um die 40 Grad waren.

Das Training in Kroatien werde ich in einem separaten Blogartikel in der kommenden Woche vorstellen. Es gab immer zwei aufeinander folgende Trainingstage mit einer flachen und einer bergigen Einheit. Die bergige Einheit hatte um die 1500hm, außer am Sonntag, wo wir auf der Rückfahrt in Flachau gehalten haben und in die 2h Trainingszeit nur 1000hm passten. 🙂

Mit 1800hm am Mittwoch (auf 90km) habe ich dann auch weitere Ziele (1500hm) erreicht und das Körpergefühl anschließend war nicht völlig leer. Was einerseits sehr positiv ist, andererseits konnte ich mich am langen Anstieg (900hm) hinauf zum Tulove Grede (Winnetou Berg) auch nur in Zone 2 bewegen. Die Kraft am Berg fehlt noch.


Zahlen, Daten und Fakten: Basetraining; 5 Trainingstage, 16:45h, 290km, 6700hm, 850 TSS*.

Zahlen, Daten und Fakten

63h, 26 Trainingseinheiten davon 2 Wanderungen, 1320km Mountainbike mit 13500hm, 2800 TSS*, 35000kcal.

Die nackten Zahlen gefallen mir. Mir gefällt auch, wie wenig mich äußerliche Einflüsse (wie zum Beispiel der Reifendefekt im Heuvelland oder auch die Rettungsaktion in Kroatien) beeinflusst haben und wie ich mit Ruhe und Gelassenheit mein Training stabilisiert habe.

Die letzten vier Monate habe ich maximal 30h trainiert, so dass eine Verdoppelung der Trainingszeit hin zur gewünschten Normalität im ersten Versuch einen großen Erfolg darstellt. Ich weiß heute besser denn je, dass mit Vollzeitjob und Familienleben diese Trainingszeit nicht selbstverständlich ist, sondern Fokus, Motivation und den unabdingbaren Willen seine Ziele zu erreichen verlangt. Ich würde sagen, ich bin zurück. #immerweiter

Short Note TSS

Ich habe die TSS Angaben pro Woche mit angegeben. Allerdings sind die Werte mit Vorsicht zu genießen. Ich habe meine Schwelle nach Gefühl angepasst und die Daten beziehen sich auf keinen Leistungstest. Im Juni habe ich nur nur 6h trainiert, so dass meine CTL auf 27 gesunken war, was bedeutet, dass meine ATL trotz moderater Belastung natürlich im Vergleich zur CTL krass angestiegen ist und ich stellenweise mit einem TSB von -70 trainiert habe. Verglichen mit meinen früheren Trainingswerten wäre dies undenkbar, weil ich ab einem TSB von -50 im Prinzip völlig ausgelaugt war. Dieses Gefühl hatte ich bei dem Wert von -70 nicht im Geringsten. Mit einem ersten FTP Test werde ich die Leistungswerte anpassen und dann wird der Wert auch wieder an Aussagekraft gewinnen.

Fazit und Ausblick

#immerweiter. Ich konnte meine Vorhaben im Juli umsetzen und bis auf die 2000hm Tour alle Ziele erledigen. Von 0 auf 110km mit dem Mountainbike, von 0 auf 1800hm und von 0 auf 5h Tagestraining. Dazu bereits wieder eine Woche mit über 15h Training. Trotzdem lief die Regeneration super, was auch der niedrigen Intensität geschuldet ist. Mein Ruhepuls hat sich von 52 auf 45 verbessert, mein Körper braucht eben das Training. Mein Gewicht konnte ich halten (knapp 83kg), was beim Wiedereinstieg auch wichtig ist und der Körper nicht mit Heißhunger die höhere Belastung kompensiert.

Im August werde ich das Training genauso fortsetzen aber erste Belastungen mit einbauen. Ziel ist im September mit dem Basecamp ein erstes Highlight zu setzen. Parallel bin ich auf der Suche nach einem neuen Trainer und plane auch die restliche Saison 2022, wobei mein Augenmerk bereits heute auf dem kommende Jahr liegt.


Der erste Meilenstein ist geglückt. Nach 2020 konnte Daniel ein zweites Mal den Stoneman Arduenna finishen. Und es war nicht das letzte Mal. Ein Bericht im Blog folgt in Kürze.

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In Zeiten des Ukraine Kriegs und der damit verbundenen Ohnmacht bleibt uns nicht viel mehr als Dankbarkeit wie gut es uns in Mitteleuropa trotzdem noch geht. Frei nach dem Motto Besuchen Sie Europa, solange es noch steht der feinen Musikband Jack Pott.

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Ardennen Liebe. Da, Wonder Wurzelteppich seine Heimat hat.

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New socks day.

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Moin Montag. Ausreden gibt es immer. Chancen nicht.

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Es ist immer noch surreal: Während bei uns Panzer in einem freizugänglichen Militärgebiet als Fotoobjekte herumstehen und immer noch bedrohlich wirken, herrscht in Europa weiterhin ein Krieg und UkrainerInnen sind alltäglich davon bedroht.

Solidarität mit der Ukraine. 🟡🔵

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Was ist das? Fühlte sich an wie eine Dusche, allerdings hörte es gar nicht mehr auf.

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Start your week right! Montag ist bei uns Schontag. Ein ruhiger Kaffeemoment, bevor die Kinder in die Schule müssen und die Arbeit ruft.

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